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OLG HAMM: Gemeinsame elterliche Sorge darf nicht wegen elterlicher Kommunikationsprobleme aufgelöst werden

Das OLG Hamm hat jüngst entschieden, dass die gemeinsame elterliche Sorge nicht wegen Kommunikationsproblemen der Eltern aufgelöst werden darf. Einziger Maßstab für die Entscheidung über das Fortführen oder die Auflösung der gemeinsamen elterlichen Sorge darf ausschließlich das Kindeswohl sein (Az. UF 29/13).

Der Entscheidung zugrunde lag der Antrag einer Mutter aus Marl, in deren Haushalt Ihre beiden Kinder lebten. Der getrennt von der Familie lebende Vater teilt sich mit der Mutter die gemeinsame elterliche Sorge. Lediglich das Aufenthaltsbestimmungsrecht lag ausschließlich bei der Mutter.

Nachdem es vermehr zu Kommunikationsproblemen zwischen der Antragstellerin und dem Kindesvater gekommen war, beantragte die Kindesmutter die alleinige elterliche Sorge, da unter den elterlichen Kommunikationsproblemen auch die gemeinsamen Kinder zu leiden hätten.

Entscheidung des Oberlandesgeircht Hamm 

Der Antrag des Kindesmutter auf die Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge wurde durch den 2. Senat für Familiensachen des OLG Hamm abgelehnt. Die zwischen den Parteien entstandenen und durch die Antragstellerin vorgetragenenen Kommunikationsprobleme begründen nach Auffassung der Kammer keine auflösung der gemeinsamen elterlichen Sorge und die Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge auf die Antragstellerin.

Vielmehr sei allein und ausschließlich das Kindeswohl Maßstab und Ziel der Sorgeverteilung; die Austragung persönlicher Differenzen zwischen den elterlichen Parteien dürfe hierbei keine Rolle spielen. Ferner sei bei der Würdigung aller Umstände des zu entschiedenen Einzelfalles die gemeinsame elterliche Sorge beizubehalten.

So habe im vorliegenden Fall die Kooperation zwischen Kindesvater und -mutter insoweit bis 2012 funktionier, als dass gemeinschaftliche Regelungen für den Umgang mit den gemeinsamen Kindern so wie Verabredung über regelmäßigen Telefonkontakt funktionierten. Demnach sei der Mutter auf der einen Seite zumutbar, in Kooperation mit dem Vater am fortlaufend funktionierenden Kindesumgang zu arbeiten und dem Vater auf der anderen Seite, „seine Position in maßvoller Weise gegenüber der Kindesmutter geltend zu machen“.

Stichworte:
Rechtsanwalt Michael W. Nierfeld | Rechtsanwalt Familienrecht Essen | Rechtsanwalt Essen | elterliche Sorge

2017-03-21T15:45:37+00:002. August 2014|