Abmahnung wegen unfreundlichem Kundenumgang gerechtfertigt

Das Landesarbeitsgericht Schleswig Holstein hat jüngst entschieden, dass eine Abmahnung bedingt dadurch, dass der Arbeitnehmer mit Geschäftskunden unfreundlich umgegangen ist und sich somit arbeitsvertragswidrig verhalten hat, nicht durch den Arbeitgeber zurückgenommen werden muss (LAG SchleswigHolstein Az. 2 Sa 17/14).

Der Entscheidung lag die Klage eines Personalmanagers zu Grunde, der einem Kunden die Frage, wo dieser sich den für den Lehrgang anmelden solle, per E-Mail so beantwortete, als dass es „eigentlich selbstverständlich sein sollte, dass man sich dort anmeldet, wo man sich auch zur schriftlichen Prüfung angemeldet hat. Dass Anmeldungen nicht auf Zuruf erfolgen können, sollte ebenfalls klar sein“.

Auf die ergänzende Frage des Kunden ob der unhöflichen Antwort teilte der Personalmanager mit, dass nach 20 Anfragen die Freundlichkeit aus bliebe.

Aufgrund dieser Korrespondenz erteilte der Arbeitgeber des Personalmanagers diesem eine Abmahnung. Der Arbeitnehmer erhob daraufhin vor dem Arbeitsgericht Klage mit dem Einwand der Unverhältnismäßigkeit der Abmahnung.

Das Urteil des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein

Das Landesarbeitsgericht Schleswig Holstein wies in II. Instanz – wie ebenso das Arbeitsgericht in I. Instanz zuvor – die Klage ab. Auf die Entfernung einer Abmahnung aus der Personalakte hat der Arbeitnehmer nur dann einen rechtlichen Anspruch, wenn die Abmahnung inhaltlich unbestimmt ist, sie unrichtige Tatsachenbehauptungen enthält, auf einer nicht zutreffenden rechtlichen Bewertung des Arbeitgebers beruht oder der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit außer Acht gelassen wird.

Dies sei – insbesondere im Hinblick auf die durch den Kläger vorgetragene Unverhältnismäßigkeit der Abmahnung – hier nicht gegeben, so dass LAG Schlesweig Holstein.

Die gegen den Kläger vorgetragene und abgemahnte Pflichtverletzung sei nicht unerheblich und stelle überdies erst Recht keine Nichtigkeit dar. Von einem Personalmanager könne der Arbeitgeber Freundlichkeit gegenüber den Kunden vorallem auch in Stressstituationen erwarten, also gerade dann, wenn ein einem Arbeitnehmer ein höfliches Auftreten den Kunden gegenüber in erhöhtem Maße schwer fiele. Zudem stelle die Beantwortung von E-Mails eine durchaus zumutbare Belastung dar; die Aufgabe eines Personalmanagers bestünde schließlich vorwiegend im Kundenumgang. Gerade der Umstand, dass der Personalmanager in einer erneuten Antwort an den Kunden seine unfreundliche Grundhalten nicht revidierte, zeige dem LAG zufolge ein durchaus arbeitsvertragswidriges und somit abmahnungswürdes Grundverhalten.

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Rechtsanwalt Michael W. Nierfeld | Rechtsanwalt Essen | Rechtsanwalt Arbeitsrecht Essen | Arbeitsrecht, Abmahnung, Kundenfreundlichkeit

2017-03-21T15:49:16+00:004. August 2014|