Gibt es lebenslangen Unterhalt auch nach der Scheidung?

In der Regel nicht!

Mit der Unterhaltsreform in 2008 hat sich der Gesetzgeber dafür entschieden, dass jeder Geschiedene selbst für seinen Unterhalt sorgen muss. „Einmal Frau des Chefarztes = immer Frau des Chefarztes“ ist endgültig passé! Die Ex muss sich daran gewöhnen, dass sie nach der Scheidung auf eigenen Beinen stehen muss. Ausnahmen bestehen nur bei langer Ehedauer (ca. 10 Jahre), bei Krankheit oder hohem Alter (ca. 60 Jahre) oder der Versorgung von Kindern oder Angehörigen.

Vermögende Ex-Partner müssen also unter Umständen auch nach der Scheidung Unterhalt zahlen. Die Unterhaltszahlungen können aber nach der Scheidung befristet werden oder in der Höhe sukzessive herabgesetzt werden. Im Entscheidenden kommt es aber nach ständiger Rechtsprechung auf die Umstände des konkreten Einzelfalls an. Daher empfehle ich schon bei Trennung ein erstes Gespräch mit mir, um sich einen ersten Überblick über die finanziellen Konsequenzen von Trennung und Scheidung zu verschaffen.

Ein erstes Rechtsgespräch mit dem Anwalt verschafft nicht nur Klarheit und Planungssicherheit, sondern vermeidet zumeist auch einen langwierigen und kostspieligen Rosenkrieg. Die meisten Rechtsstreitigkeiten über Unterhalt wären vermeidbar, wenn sich der Mandant frühzeitig bei einem Beratungsgespräch informiert.

Viele Grüße,

Michael W. Nierfeld – Ihr Rechtsanwalt für Familienrecht in Essen

2017-03-21T15:12:33+00:0012. August 2016|