Fall von häuslicher Gewalt: Ehemann droht seine Frau aufzuschlitzen

Selbst die Gegenwart seiner Kinder hielt einen gewalttätigen Ehemann nicht davon ab, seiner Ehefrau damit zu drohen, ihr den Bauch aufschlitzen, sollte sie sich seinen ehelichen „Anweisungen“ verweigern. Ferner bezeichnete er seine Frau in Anwesenheit der Kinder als Schlampe und forderte diese sogar auf, die Frau im Familienkreis als solche zu bezeichnen.

Im Rahmen des einstweiligen Rechtsschutzes untersagte das Oberlandesgericht Oldenburg dem Mann mithin, die gemeinschaftliche Ehewohnung zu betreten und sich Frau und Kindern auf weniger als 100 Meter zu nähern (Beschluss vom 27.01.2017, 4 UF 3/17 OLG Oldenburg).

Hiergegen wehrte sich der Ehemann vor dem Familiengericht mit der Begründung, die einstweilige Verfügung diene der Frau lediglich dazu, gemeinsamen Hausrat ohne sein Einverständnis zu veräußern. Fernerhin habe sie die gemeinsamen Kinder in die Türkei gebracht um dort einen Urlaub zu verbringen ohne ihn vorher nach seiner Einwilligung zu fragen.

Gleichwohl schloss sich der 4. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Oldenburg der Argumentation des Kindesvaters nicht an. Es sei unerheblich, ob mit dem nicht abgesprochenen Urlaub in der Türkei möglicherweise ein Verstoß gegen das Aufenthaltsbestimmungsrecht des Ehemannes und Kindesvaters verstoßen worden sei. Die Rechtmäßigkeit der gegen ihn erwirkten einstweiligen Anordnung sei hierdurch nicht tangiert. Es stünde dem Ehemann schließlich frei, seine Rechte gerichtlich geltend zu machen. Die Ankündigung des Ehemannes, seiner Frau dem Bauch aufzuschlitzen, sei eine derart schwerwiegende Bedrohung, dass die gegen ihn erwirkte gerichtliche Anordnung auch dann Bestand habe, wenn auch der Frau durch nicht abgesprochenen Türkeiurlaub unzulässiges Verhalten vorzuwerfen sei.

Letztlich ist dieses Urteil durchaus begrüßenswert, da oft nur durch gezieltes und schnelles behördliches Eingriffen schwerwiegende Familientragödien verhindert werden können.

 

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